Hallo Roman-Autor:in!

Mit diesem Blog-Beitrag möchte ich Dich ermutigen, auf Deinem Weg als Schriftsteller:in am Ball zu bleiben, auch wenn es sich manchmal frustrierend anfühlt. Die Bücherwelt hat nicht unbedingt auf Deinen Roman gewartet. Oft ist es ein mühsamer Weg, auf dem man immer mal wieder auf die Klappe fällt und dann wieder aufsteht.

Aber ganz ehrlich: Lieben wir unsere Bücher nicht trotzdem – oder gerade deswegen?

Wir hören immer wieder von Autor:innen, bei denen es mit dem ersten Buch geklappt hat. Durchbruch, Spitzentitel, eigene Villa am Garda-See … Na gut, vielleicht keine Villa, aber offenbar reicht Talent in vielen Fällen aus, damit es klappt.

Bei mir war es anders. Ich habe sage und schreibe 13 Bücher unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht, bevor eine wichtige Literaturagentur ernsthaftes Interesse an mir als Autorin entwickelt hat. 13 Bücher. Genau. Nicht mit eingerechnet all die Bücher, die ich angefangen oder zu Ende geschrieben habe, ohne dass es am Ende klappte …

Das hier ist eine Geschichte über Liebe zu Büchern und über den Mut, sie immer wieder neu trotzdem zu schreiben.

Die ersten Ideen

Meinen ersten Roman schrieb 2004 im zarten Alter von 21 Jahren. Da hatte ich schon einen großen Ordner voller Kurzgeschichten, die ich teilweise auf Lesungen meiner Schreibwerkstatt zum Besten gab. Der Roman wurde nie angekauft. Mit 22 besuchte ich dann meinen ersten “richtigen” Schreibkurs bei Gyde Callesen. Ich brauchte sieben Jahre, um die Grundlagen unseres Handwerks zu lernen.

Die ersten Romane

Nach sieben Jahren, in denen ich das Schreibhandwerk gründlich lernte, entwickelte ich mit “Dominant Girl” eine Frauenpower-Antwort auf Shades of Grey. Die meisten Verlage und Agenturen schrieben nicht mal eine Ablehnung. Eine machte sich die Mühe, zwei Sätze zur Begründung zu schreiben. Die nahm ich zum Anlass, alles komplett neu aufzuziehen und fand einen Platz in einem Kleinverlag. Die beiden E-Books folgten kurz danach.

Die ersten Vorschüsse

Nachdem die Shades-of-Grey-Welle weiterlief, blieb ich in diesem Genre. Ich versuchte, die Storys auf eigene Weise mit Leben zu füllen. Doch ich stolperte immer wieder darüber, dass ich mit dem Männerbild in diesen Geschichten nicht glücklich war. Trotzdem bin ich froh, dass Anais/Schwarzkopf mir damals diese Chance gaben, in ganz normalen Buchläden zu liegen.

Das Herzensprojekt

Küstenschutz und die ganz große Liebe! In diesem Roman nutze ich das Setting aus einem der schönsten Sommer meines Lebens. Als Studentin habe ich als freiwillige Küstenschutzhelferin zwei Wochen auf einer Hallig in der Nordsee auf Salzgras geschlafen, Pfähle in den Wattboden gerammt und Reisigbündel geschleppt. Dieses Setting wurde zum Hintergrund für meinen ersten lesbischen Liebesroman.

Gothic-Herzensprojekt

2015 ging ich noch halbweg regelmäßig in Gothic-Clubs und liebte es, mich mit Korsett und Godet-Rock in Szene zu setzen. Deswegen erschien es mir logisch, als Fortführung des vorigen Romans jetzt einen lesbischen Vampirroman zu schreiben. Ich schrieb ihn komplett fertig. Doch der Verlag wollte ihn nicht! Also habe ich ihn aus lauter verletztem Stolz unwiderbringlich gelöscht.

Steampunkt-Science-Fiction

Ich hatte keine Lust mehr auf Romanzen und Erotik. Eine Kollegin gab mir den Tipp , dass Steampunk der nächste große Trend werden könnte. Ich erfand eine alternative Realität, in der eine außerirdische Lebensform die Erde übernahm und eine Luftschiff-Piratin uns alle retten musste. Als Trilogie geplant, der erste Band geschrieben. Doch die Steampunk-Welle platzte und niemand wollte das Projekt.

Endlich wieder ein Vertrag

In dem Jahr war erotisch angehauchte Urban Fantasy besonders in Imprints sehr beliebt. Ich folgte dem Rat meiner Kollegin und schrieb das Label direkt bei Facebook an, um nach einer Mailadresse zu fragen. Tatsächlich kam meine Trilogie unter Vertrag und wurde auch gedruckt. Wichtige Lektion: Einen dritten Band zu schreiben fühlt sich doof an, wenn der erste sich währenddessen nur mäßig verkauft.

Sichere Buchverträge

Der Blue Panther Verlag steht für ein ganz bestimmtes Genre. Bei Treffen mit Kolleg:innen sage ich dann immer gern: Ich schreibe unter geschlossenem Pseudonym. Da wissen die meisten sofort, was gemeint ist. Die Geschichten machen mir Spaß und ich verdiene Geld damit. Trotzdem langweile ich mich inzwischen oft dabei und träume davon, endlich ganz andere Geschichten zu erzählen …

Lieblingsbuch

Das erste Buch, auf dem mein eigener Name steht! Okay, es ist im Selbstverlag erschienen, aber es ist ein wunderbares, gutes und großartiges Buch. Es erzählt die schönste Liebesgeschichte der Welt. Meine Liebe zu den Geschichten, die in anderen Menschen entstehen und aufblühen.
Schreibe den besten Roman Deines Lebens!

Lieblingsgeschichte

Sommer 2020. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Zunächst beginnt die Geschichte von Manja und Yves wie eine normale Lovestory, doch etwas ist anders. Denn Manja hat einen Lieblingsmenschen, der nonbinär ist. Und auf einmal weiß niemand in diesem Dreieck mehr, wen er eigentlich liebt …
Ich liebe diese Geschichte. Irgendwann will ich sie auf dem Buchmarkt sehen.

Die Bücher der Zukunft

Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Artikel schreibe, arbeite ich an einem historischen Roman im Nachkriegsdeutschland. Er wurde inspiriert durch die Lebenserinnerungen meiner Großmutter, die als mittelloser Flüchtling von 19 Jahren nach Nordfriesland gelangte und dort mit ihrem Schulenglisch einen Job als britische Übersetzerin fand. Ich habe das Gefühl, sie schaut mir beim Schreiben über die Schulter. Mit ihrem Segen soll dieser Titel mein Schritt in die Welt der Großverlage und des Erfolgs werden!

So oder so, ich werde weiterschreiben. Ich bin Geschichtenerzählerin, ich kann nicht anders. Das ist der Weg, den ich gewählt habe. Genau wie Du, vermutlich, sonst hättest Du nicht bis hier unten gelesen.

Schreibanfänger:innen haben oft die Hoffnung, dass gleich ihr erster Roman auf magische Weise wie Harry Potter in die Bestsellerlisten einschlägt und ihnen damit die Möglichkeit verschafft, weitere Bücher zu schreiben. Das ist ein schöner Traum, aber meistens bleibt er genau das. Ein Traum. In der Realität haben große Schriftsteller:innen sehr viel häufiger eine Romanbiografie wie meine, die sich Schritt für Schritt nach vorn kämpft und immer wieder zurückgeworfen wird. Fehler und Irrwege gehören zum Weg dazu. Man lernt aus ihnen.

Halte durch! Behalte Deine Freude am Schreiben, auch wenn es manchmal schwer erscheint. Das geht uns allen so. Früher oder später geht es jedes Mal wieder nach oben, und jedes Mal ein Stück weiter.

Die Verfasserin:

Hanna Aden (*1983) ist Schriftstellerin und examinierte Lehrerin. Seit 2015 unterstützt sie als Seminarleiterin und Coach angehende und professionelle Autor:innen auf ihrem Weg.

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Danke, dass Du meinen Text gelesen hast! Ich mag neugierige und wissbegierige Menschen. Besonders, wenn sie sich für das Erzählen von Geschichten interessieren.

In meinem Newsletter verschicke ich (halbwegs) regelmäßig Tipps über das Schreiben, Inspirationals und informiere Dich über neue Blogbeiträge und Videos. Außerdem schenke ich Dir als Dankeschön für Dein Interesse das E-Book “Romane schreiben für Anfänger:innen” im PDF-Format. Dort erhältst Du 18 praktische und direkt umsetzbare Lektionen, die Dir die Basics des Schreibhandwerks informativ und fesselnd vermitteln.

Mein Best Buddy würde sagen: Gönn Dir!

Ich freue mich darauf, Dich vielleicht schon bald in einem meiner Kurse kennenzulernen.

Liebe Grüße
Hanna


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