Hallo Roman-Autor:in!

Ich bin Hanna Aden, Schriftstellerin und Schreib-Coachin. Neben meinen Coachings für Deinen Roman schreibe ich natürlich auch eigene Bücher.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich Dich ermutigen, am Ball zu bleiben, auch wenn es sich manchmal frustrierend anfühlt. Die Bücherwelt hat nicht unbedingt auf Deinen Roman gewartet. Oft ist es ein mühsamer Weg, auf dem man immer mal wieder auf die Klappe fällt und dann wieder aufsteht.

Aber ganz ehrlich: Lieben wir unsere Bücher nicht trotzdem – oder gerade deswegen?

Die ersten Ideen

Meinen ersten Roman schrieb ich mit 21 Jahren. Da hatte ich schon einen großen Ordner voller Kurzgeschichten, die ich teilweise auf Lesungen meiner Schreibwerkstatt zum Besten gab. Der Roman wurde nie angekauft. Mit 22 besuchte ich dann meinen ersten “richtigen” Schreibkurs bei Gyde Callesen. Ich brauchte sieben Jahre, um die Grundlagen unseres Handwerks zu lernen.

Die ersten Romane

Dominant Girl war meine Antwort auf Shades of Grey. Ich wollte herausfinden, wie diese Geschichten funktionieren, wenn die Frau ans Bett fesselt, statt gefesselt zu werden. Die meisten Verlage und Agenturen schrieben nicht mal eine Ablehnung. Eine machte sich die Mühe, zwei Sätze zur Begründung zu schreiben. Die nahm ich zum Anlass, alles komplett neu aufzuziehen.
Die beiden E-Books folgten kurz danach.

Die ersten Vorschüsse

Nachdem die Shades-of-Grey-Welle weiterlief, blieb ich in diesem Genre. Ich versuchte, die Storys auf eigene Weise mit Leben zu füllen. Doch ich stolperte immer wieder darüber, dass ich mit dem Männerbild in diesen Geschichten nicht glücklich war. Ich mochte die zu starren Rollenmodelle nicht, die Männern zuschrieben, größtenteils dominant und stark zu sein.

Das Herzensprojekt

Küstenschutz und die ganz große Liebe! In diesem Roman nutze ich das Setting aus einem der schönsten Sommer meines Lebens. In zwei Wochen auf einer Hallig in der Nordsee habe ich auf Salzgras geschlafen, Pfähle in den Wattboden gerammt und Reisigbündel geschleppt, um das Vogelschutz-Gebiet für die winterlichen Sturmfluten zu schützen.

Gothic-Herzensprojekt

2015 ging ich noch halbweg regelmäßig in Gothic-Clubs und liebte es, mich mit Korsett und Godet-Rock in Szene zu setzen. Deswegen erschien es mir logisch, als Fortführung des vorigen Romans jetzt einen lesbischen Vampirroman zu schreiben. Komplett fertig. Doch der Verlag wollte ihn nicht! Also habe ich ihn aus verletztem Stolz heraus unwiderbringlich gelöscht.

Steampunkt-Science-Fiction

Ich hatte keine Lust mehr auf Romanzen und Erotik. Eine Kollegin gab mir den Tipp , dass Steampunk der nächste große Trend werden könnte. Ich erfand eine alternative Realität, in der eine außerirdische Lebensform die Erde übernahm und eine Luftschiff-Piratin uns alle retten musste. Als Trilogie geplant, der erste Band geschrieben. Doch die Steampunk-Welle platzte und niemand wollte das Projekt.

Endlich wieder ein Vertrag

In dem Jahr war erotisch angehauchte Urban Fantasy besonders in Imprints sehr beliebt. Ich folgte dem Rat meiner Kollegin und schrieb das Label direkt bei Facebook an, um nach einer Mailadresse zu fragen. Tatsächlich kam meine Trilogie unter Vertrag und wurde auch gedruckt. Wichtige Lektion: Einen dritten Band zu schreiben fühlt sich doof an, wenn der erste sich währenddessen nur mäßig verkauft.

Endlich eine Agentur!

Ich hatte keine Lust mehr auf Erotik. Sicher, sie zu schreiben macht Spaß, aber ich wollte nicht für den Rest meines Lebens die Autorin sein, die auf Partys nie wirklich von ihrer Arbeit erzählen kann. Also entwickelte ich einen Thriller und bewarb mich bei Agenturen. Tatsächlich nahm eine mich an. Doch die vielen Änderungen, die man von mir verlangte, stürzten mich in eine monatelange Schreibblockade. Irgendwann kündigte ich den Vertrag.

Sichere Buchverträge

Der Blue Panther Verlag steht für ein bestimmtes Genre. Bei Treffen mit Kolleg:innen sage ich dann immer gern: Ich schreibe unter geschlossenem Pseudonym. Da wissen die meisten sofort, was gemeint ist. Die Geschichten machen mir Spaß und ich verdiene Geld damit. Trotzdem wünsche ich mir manchmal, wie andere Schreibende auf ganz normale Lesungsreisen zu gehen.

Lieblingsgeschichte

Sommer 2020. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe. Zunächst beginnt die Geschichte von Manja und Yves wie eine normale Lovestory, doch etwas ist anders. Denn Manja hat einen Lieblingsmenschen, der nonbinär ist. Und auf einmal weiß niemand in diesem Dreieck mehr, wen er eigentlich liebt …
Ich liebe diese Geschichte, aber es gelang mir nicht, diese Liebe in Agenturen oder Verlagen zu wecken.

Lieblingsbuch

Das erste Buch, auf dem mein eigener Name steht! Okay, es ist im Selbstverlag erschienen, aber es ist ein wunderbares, gutes und großartiges Buch. Es erzählt die schönste Liebesgeschichte der Welt. Meine Liebe zu den Geschichten, die in anderen Menschen entstehen und aufblühen.
Schreibe den besten Roman Deines Lebens!

Die Bücher der Zukunft

An diese Stelle gehören mindestens siebenundzwanzig Ideen. Für jedes Buch, das ich vollende, kommen mir vier neue Ideen. Du ahnst schon: Es ist vollkommen unmöglich, sie alle in Geschichten zu verwandeln. Zum Glück muss ich das auch nicht. Ich lasse sie treiben, spiele mit ihnen und warte auf den richtigen Moment für die nächste …

Autor:innen-Marketing

Aktuell arbeite ich am zweiten Workbook aus meiner Feder. “Aus der Schublade in die Leserherzen”. Wie das erste Workbook wird es unterstützt durch ein Künstler-Stipendium des Landes Nordrein-Westfalen. Hier soll es um alles gehen, was Schreibende brauchen, um aus dem fertigen Manuskript einen Roman zu machen, der Lesende erreicht und glücklich macht.

So viele Bücher … dabei habe ich längst nicht von allen erzählt! Es gab auch die Airsoft-Romance für Leser:innen Anfang zwanzig, die ich auf Wunsch einer anderen Agentur zweimal umgearbeitet habe und dann doch nicht unter Vertrag kam. Unendlich viele Projekte, in die zwei Monate für Leseprobe und Exposé flossen und die nie darüber hinausgelangten.

Ich habe jedes Mal den Staub abgeklopft und weitergeschrieben. Manchmal verbissen, manchmal hilflos, manchmal erneut von der Muse beflügelt. Immer wieder jedoch gab es Freunde und Freundinnen, die an mich geglaubt haben und mich geschubst haben, damit ich weiterschrieb. Wir sind nichts ohne die anderen.

Heute, wo ich diesen Artikel schreibe, habe ich mal wieder ein Agentur-Projekt in der Mache. Wieder einmal wurde vorsichtiges Interesse signalisiert. Ob ich es dieses Mal hinbekomme? Ob er es wird, mein großer Durchbruch?

So oder so, ich werde weiterschreiben. Ich bin Geschichtenerzählerin. Das ist der Weg, den ich gewählt habe. Genau wie Du, vermutlich, sonst hättest Du nicht bis hier unten gelesen.

Halte durch! Behalte Deine Freude am Schreiben, auch wenn es manchmal schwer erscheint. Das geht uns allen so. Früher oder später geht es jedes Mal wieder nach oben.

Die Verfasserin:

Hanna Aden (*1983) ist Schriftstellerin und examinierte Lehrerin. Seit 2015 unterstützt sie als Seminarleiterin und Coach angehende und professionelle Autor:innen auf ihrem Weg.

_________________

Danke, dass Du meinen Text gelesen hast! Ich mag neugierige und wissbegierige Menschen. Besonders, wenn sie sich für das Erzählen von Geschichten interessieren.

In meinem Newsletter verschicke ich (halbwegs) regelmäßig Tipps über das Schreiben, Inspirationals und informiere Dich über neue Blogbeiträge und Videos. Außerdem schenke ich Dir als Dankeschön für Dein Interesse das E-Book “Romane schreiben für Anfänger:innen” im PDF-Format. Dort erhältst Du 18 praktische und direkt umsetzbare Lektionen, die Dir die Basics des Schreibhandwerks informativ und fesselnd vermitteln.

Mein Best Buddy würde sagen: Gönn Dir!

Ich freue mich darauf, Dich vielleicht schon bald in einem meiner Kurse kennenzulernen.

Liebe Grüße
Hanna


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.